Lehrende: Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling; Charlotte Marie Muhl
Veranstaltungsart: Projekt
Orga-Einheit: Stadtplanung
Anzeige im Stundenplan: SP: P2
Anrechenbar für:
Semesterwochenstunden: 4
Standort: Hamburg
Unterrichtssprache: Deutsch
Min. | Max. Anzahl Teilnehmer:innen: - | 11
Anmeldegruppe: P2-Projekt
Leistungsnachweis:
Beschreibung: Welche Rolle können Metropolregionen bei der Umsetzung der Energiewende und der Erreichung der Pariser Klimaziele spielen? Handlungsfelder der Energiewende sind u.a. die Vermeidung von CO2-Emissionen durch die Errichtung emissionsfreier Energiesysteme und die Verringerung der Energienachfrage. Für ihre Umsetzung bedarf es eines politischen Willens, aber auch der Unterstützung und Mitwirkung von wirtschaftlichen Akteuren (Energieversorgungsunternehmen und verbrauchenden Unternehmen), der Wissenschaft (zur Entwicklung innovativer Technologien und ihrer Implementierung) sowie der Zivilgesellschaft (Vereine und Verbände, aber auch Bürger:innen). Metropolregionen sind großräumige funktionale Verflechtungsräume mit unterschiedlichen Charakteristika von Stadt und Land und bieten einerseits die Möglichkeit, Kräfte von Kommunen und Landkreisen, Unternehmen und Zivilgesellschaft zu bündeln und der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes regional einen Schub zu geben. Andererseits stellt die Governance der Energiewende in Metropolregionen angesichts der Heterogenität der Gebietskörperschaften und Akteure eine besondere Herausforderung dar. In Reallaboren können die Interaktionsformen zwischen den für die Energiewende relevanten Akteuren beobachtet Regeln für die Zusammenarbeit entwickelt werden. Reallabore sind Experimentierräume zur partizipativen Erprobung neuer Lösungsansätze unter realen Bedingungen. Insbesondere im Diskurs zur Ausgestaltung und Umsetzung der „Großen Transformation“ (WBGU, 2011: Welt im Wandel Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation) hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft können sie eine wichtige Rolle einnehmen und als Experimentierräume dienen, in denen Wissenschaft und Zivilgesellschaft transdisziplinär zusammenarbeiten. Sie zielen in der Praxis u.a. darauf, Nachhaltigkeitstransformationen anzustoßen, die Ergebnisse auf andere Transformationsprozesse zu übertragen und die Kooperation der Akteure zu stabilisieren. Ziel der Arbeit: Die Anwendung der Methode Reallabor auf metropolregionaler Ebene stellt einen neuen Ansatz dar, dem sich die studentische Gruppe widmen wird. Die Gruppe wird ein Konzept für ein Reallabor der Energiewende in der Europäischen Metropolregion Nürnberg entwickeln. Dabei können folgende Fragestellungen untersuchungsleitend wirken: - Welche Akteursgruppen sind für die Gestaltung der Energiewende auf metropolregionaler Ebene und insb. im Stadt-Land-Kontext bedeutend? - Welche Rolle spielt die metropolregionale Ebene bei klimapolitischen Diskussionen? - Wie können transformative Impulse in der Region erkannt und genutzt werden? - Wie können lokale Experimente auf metropolregionale Ebene hochskaliert werden? - Welche Anforderungen bestehen an ein Reallabor und welche Formate eines Reallabors sind möglich? - Wie kann in einem Reallabor belastbares Wissen gewonnen werden? Gegenstand der Projektarbeit ist die Europäische Metropolregion Nürnberg.
Kontakt: joerg.knieling@hcu-hamburg.de charlotte.muhl@hcu-hambur.de
Module: SP-B-Mod-401